Fünf Fragen: Liu Yue, Organisatorin Chinesisches Kulturfestival Berlin

Liu Yue kommt aus Beijing und hat ihr Studium in Trier abgeschlossen. Seit 2009 lebt sie in Berlin und engagiert sie sich für den Kulturaustausch zwischen China und Deutschland. 2013 findet zum ersten Mal das von ihr ins Leben gerufene Chinesische Kulturfestival Berlin statt.

sinonerds: Frau Liu, was ist das Chinesische Kulturfestival Berlin und was können die Besucher in diesem Jahr erwarten?

Liu Yue: Das Festival ist eine interessante, wunderschöne Kulturveranstaltung. In diesem Jahr ist die Premiere, in der Zukunft wird sie jedes Jahr stattfinden. Es kommen viele chinesische Künstler nach Berlin, um ihre Kunstwerke dem deutschen Publikum zu präsentieren. So soll ein reger Austausch stattfinden, der auch über den kulturellen Aspekt hinausgeht. In diesem Jahr haben wir zwei große Chöre, eine Künstlergruppe sowie den berühmten chinesischen Maler FAN Zhou nach Berlin eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltungen wird es Musik, Tanz, Akrobatik und Kunstausstellungen geben. (Anmerkung der Redaktion: Das vollständige Programm des Chinesischen Kulturfestivals Berlin gibt es auf der offiziellen Webseite – vorbeischauen lohnt sich!)

Sie organisieren das Festival nicht nur, sondern gehören auch zu den Leuten, die es ins Leben gerufen haben. Was hat Sie dazu bewegt, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen?

Kultur lag mir schon immer am Herzen. Bereits seit einigen Jahren bin ich in diesem Bereich auch tätig. Mein Traum ist es, eine professionelle Bühne für chinesische Künstler zur Verfügung zu stellen und dadurch chinesische Kunst nach Deutschland zu bringen. Deshalb steckt in dem Kulturfestival viel Leidenschaft und Herzblut. Ich möchte, dass das auch bei den Besuchern ankommt und sie von der Herzlichkeit angesteckt werden. Das ist einer der Gründe, warum wir unser Corporate Design mit so viel Liebe zum Detail gestaltet haben. Bereits in unserem Logo für das Festival sieht man das. Es besteht aus einem „K“ für Kultur und dem Zeichen „文“ (wén), was Kultur auf Chinesisch bedeutet. Diese beiden Zeichen sind miteinander verknüpft und bilden ein Band. So wird die deutsche Kultur mit der chinesischen verbunden und bildet ein Ganzes. Dieses Logo verdeutlicht auch unser Motto, dass Kultur eine Verbindung schafft zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Dieses Konzept zieht sich durch unser gesamtes Design – auf den Einladungen, Flyern, Plakaten, unserer Website, und so weiter. So will ich mit dem Kulturfestival meinem Traum von einer professionellen Bühne für künstlerischen Austausch ein Stück näher kommen.

Was sind Ihre langfristigen Pläne für das Chinesische Kulturfestival? Wo sehen Sie es in fünf Jahren?

Langfristig soll sich das Festival als eine Veranstaltung in Berlin etablieren, die sich beständig weiterentwickelt. Ich hoffe, dass unser künstlerisches Angebot immer vielfältiger wird. Zum Beispiel würde ich in den nächsten Jahren gerne mehr chinesische Orchester mit traditionellen Instrumenten einladen und auch vermehrt die ausgefallene moderne chinesische Kunst präsentieren. Damit wird den Besuchern eine andere, nicht traditionelle Seite der chinesischen Kunst gezeigt. Außerdem möchte ich noch enger mit den deutschen Institutionen zusammenarbeiten und das Festival nicht nur kulturell sondern auch fachlich voranbringen. Dieses Jahr findet bereits ein Künstlersymposium statt, auf dem Meinungen und Ansichten ausgetauscht werden können und hoffentlich angeregte Diskussionen geführt werden. Diesen Austausch zwischen Künstlern möchte ich in Zukunft noch verstärken. Das Festival soll ein Label für Kultur werden, so dass jeder, wenn er etwas über chinesische Kunst oder Kultur hört, gleich an unser Festival denkt.

An so einer Großveranstaltung arbeiten Sie ja nicht alleine. Wer steckt außer Ihnen hinter dem Festival?

Wir sind ein junges, kreatives Team aus Deutschen und Chinesen mit großem Interesse an der jeweils anderen Kultur. Ich bin der Schnittpunkt und koordiniere alles, aber jeder erledigt Aufgaben, die ihm oder ihr besonders liegen. Bei uns im Büro herrscht allgemein sehr familiäres Arbeitsklima, aus dem auch schon viele Freundschaften hervorgegangen sind. Hinter unserem kleinen Team steht der Veranstalter des Festivals: der Verein Bambuspforte Gesellschaft für deutsch-chinesischen Kulturaustausch Berlin e.V., bei dem ich stellvertretende Vorsitzende bin. Der Verein wurde im September 2012 gegründet und feiert nun sein erstes chinesisches Kulturfestival. Gründer ist der Maler und Autor Wolfram Wickert. Die Bambuspforte ist durch die Initiative von Herrn SUN Shuzhu entstanden, der auch die Schirmherrschaft übernommen hat.

Gibt es für Chinainteressierte eine Möglichkeit, am chinesischen Kulturfestival mitzuwirken und was könnten diese dabei lernen?

Natürlich, sehr gern! Die Bambuspforte gibt es erst seit einem Jahr und freut sich über jegliche Unterstützung. Auch suchen wir immer neue Mitglieder! Alle Kultur- und Chinabegeisterten sind herzlich eingeladen, sich unseren Verein mal genauer anzusehen.

Speziell für das Kulturfestival benötigen wir noch helfende Hände. Dabei können Kontakte zu Künstlern geknüpft werden, man lernt neue Leute kennen und die Chinesisch-Kenntnisse werden verbessert. Außerdem begegnet man der chinesischen Kultur aus einer neuen Perspektive und blickt hinter die Kulissen eines großen Festivals. Vor allem macht es aber sehr viel Spaß! Interessierte können sich gerne als bei mir unter contact@bambuspforte.de melden. Noch mehr Infos findet ihr auch auf unserer Website!

Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg beim 1. Chinesischen Kulturfestival Berlin!

In unserer Reihe sinonerds: Fünf Fragen stellen wir spannende Persönlichkeiten vor, deren Werdegang mit China in Verbindung steht.

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sinonerds-Autor*in

Arseny Knaifel

Arseny Knaifel hat Chinastudien in Berlin und Peking studiert und ist Gründer und Rapper in Chinas deutschester Band Feichang Fresh. Nach einem turbulenten Jahr in einer chinesischen Agentur für Social Media Marketing, ist er aktuell als Filmemacher in Berlin und der Welt unterwegs.

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