Die Jagd nach dem goldenen Bären

Kultur made in China

Das Reich der Mitte hat sich international mit seiner rapiden wirtschaftlichen Entwicklung und steigenden politischen Bedeutung bereits einen Namen gemacht. In China produzierte Elektronik und Kleidung sind längst fester Bestandteil unserer Supermärkte und Einkaufscenter geworden. Nun gewinnt auch der Export von Kulturgütern an Bedeutung.

Die Medienpräsenz von zeitgenössischen Künstlern wie Ai Weiwei, über den der Martin-Gropius-Bau in Berlin momentan eine Ausstellung plant, oder auch die begeisterten Reaktionen auf die chinesische Theateraufführung von “Leben”, die jüngst im Deutschen Theater in Berlin mit standing ovations gefeiert worden ist, sind der beste Beweis für das zunehmende Interesse an China.

Auch in der Filmwelt sind diese Veränderungen zu sehen. Bei der diesjährigen 64. Berlinale, die vom 06. bis 16. Februar in verschiedenen Filmhäusern in Berlin stattfindet, wird eine große Anzahl von chinesischen Filmen gezeigt. Insgesamt zwölf Beiträge aus der VR China, Hongkong und Taiwan sind in verschiedenen Kategorien vertreten, drei davon konkurrieren im Wettbewerb um den goldenen Bären. Hier ein Überblick über alle Filme:

Die drei Beiträge, die im internationalen Wettbewerb um den goldenen Bären mitmischen, sind:

白日焰火 (Black Coal, Thin Ice) von 刁亦男 (Diao Yinan),

推拿 (Blind Massage) von 娄烨 (Ye Lou) und

无人区 (No Man’s Land) von 宁浩 (Ning Hao).

In der Sektion Panorama werden folgende Beiträge gezeigt:

鬼日子 (Shadow Days) von 赵大勇 (Zhao Dayong),

白米炸弹客 (The Rice Bomber) von 卓立 (Cho Li),

(The Night) von 周豪 (Zhou Hao),

冰毒 (Ice Poison) von 赵德胤 (Midi Z),

西游 (Journey to the West) von 蔡明亮 (Tsai Ming-Liang),

那夜凌晨,我坐上了旺角開往大埔的紅VAN (The Midnight After) von 陈果 (Fruit Chan),

魔警 (That Demon Within) von 林超贤 (Dante Lam).

In der Jugendfilmsektion Generation 14plus wird der Film 狗十三 (Einstein and Einstein) des Regisseurs 曹保平 (Cao Baoping) gezeigt.

Im Kulinarischen Kino darf chinesisches Essen natürlich nicht fehlen. Wie auch im letzten Jahr kommt der Beitrag aus Taiwan, nämlich 總舖師:移動大廚 (Zone Pro Site: The Moveable Feast) von 陈玉勋 (Chen Yu-Hsun), nach dem sich die Besucher von einem Sternekoch verköstigen lassen dürfen.

Wir werden Euch in den kommenden Tagen einige der genannten Filme vorstellen und verraten, ob sie sehenswert sind. Wenn Ihr eine kleine Auffrischung zum Thema Filme aus China braucht, schaut doch nochmal bei unserem Spotlight Chinesischer Film vorbei.

Pinyin und englische Entsprechungen aller genannten chinesischen Filmtitel:

白日焰火 bái rì yàn huǒ: Black Coal, Thin Ice
推拿 tuī ná: Blind Massage
无人区 wú rén qū: No Man’s Land
鬼日子 guĭ rì zi: Shadow Days
白米炸弹客 bái mĭ zhá dàn kè: The Rice Bomber
夜 yè: The Night
冰毒 bīng dú: Ice Poison
西游 xī yóu: Journey to the West
那夜凌晨,我坐上了旺角開往大埔的紅VAN nà yè líng chén, wŏ zuò shàng le wàng jiăo kāi wăng dà pŭ de hóng VAN: The Midnight After
魔警 mó jĭng: That Demon Within
狗十三 gŏu shí sān: Einstein and Einstein
總舖師:移動大廚 zŏng pù shī: yí dòng dà chú: Zone Pro Site: The Moveable Feast

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sinonerds-Autor*in

Siyuan He

Siyuan kam bereits als Säugling in die Bundesrepublik und hat in unterschiedlichen Bundesländern gelebt, bis sie schließlich Berlin zu ihrer Heimat auserkoren hat. Ihre Passion fürs Schreiben verbindet sie am liebsten mit dem Kennenlernen neuer Menschen aus anderen Kultur- und Sprachräumen. Momentan setzt sie ihre Erkundungsreise in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba fort, wo es (nicht nur) viele chinesische Geschichten zu erzählen gibt.

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