Berlinale 2017: Chinesische Filme jagen Goldene Bären

sinonerds auf der 67. Berlinale 2017

Vom 9. bis 19. Februar 2017 geht es in vielen Filmhäusern Berlins wieder auf Bärenjagd. Die 67. Berlinale wird, wie ihre Vorgängerinnen, viele Filme aus und über China zeigen. Wir haben für euch eine vollständige Liste der Filme vorbereitet!

Das letzte Jahr war für den chinesischen Film auf der Berlinale kein schlechtes. Zwar gab es keinen chinesischen Gewinner, dafür erhielt aber der Wettbewerbsfilm Crosscurrent (長江圖) den Silbernen Bären für die beste Kamera (siehe unser Review).

Auch bei der 67. Berlinale sind wieder mehrere Filme aus China, über China oder auf Chinesisch am Start. Im Wettbewerb konkurrieren der Animationsfilm Einen schönen Tag noch (好极了) von Liu Jian (刘健) und der unter anderem in Hongkong und Taiwan produzierte Film Mr. Long (龍先生) des japanischen Regisseurs Sabu (萨布). Dieses Jahr ist China nicht nur in den verschiedenen Kategorien des Festivals vertreten, sondern auch in der Jury durch den Regisseur Wang Quan’an (王全安), dessen Filme bereits mit einem Goldenen und zwei Silbernen Bären ausgezeichnet wurden. Ein Preis steht aber jetzt schon fest, nämlich die Berlinale Kamera, mit der die Berlinale Filmpersönlichkeiten oder -institutionen ihren Dank ausspricht. Eine der Preisträgerinnen ist in diesem Jahr die Produzentin Nansun Shi (施南生), die sich seit den 1970er Jahren um das Kino in Hongkong verdient gemacht hat und eng mit der Berlinale verbunden ist.

Wir haben für euch eine vollständige Liste der chinesischen Filme auf der 67. Berlinale zusammengestellt:

Als Beitrag im internationalen Wettbewerb um den Goldenen Bären:

Einen schönen Tag noch (好极了) von Liu Jian (刘健), VR China

Mr. Long (龍先生) von Sabu (萨布), Japan/Hongkong, China/Taiwan/Deutschland

In der Kategorie Panorama läuft:

Ciao Ciao (巧巧) von Song Chuan (宋川), Frankreich / VR China

Ghost in the Mountains (空山异客) von Yang Heng (杨恒), VR China

Small Talk (日常對話) von Hui-chen Huang (黄惠侦), Taiwan

The Taste of Betel Nut (槟榔血) von Hu Jia (胡笳), Hongkong, China

Aus der Kinder- und Jugendsektion Generation:

The Foolish Bird (笨鸟) von Huang Ji (黄骥) und Ryuji Otsuka (大冢龙治), VR China

Steinkopf (石头) von Zhao Xiang (赵祥), VR China

Almost Heaven von Carol Salter, Großbritannien

In der Sektion Generation werden auch folgende Kurzfilme gezeigt:

Das Kleid an ihr (層層摺起的寂寞) von Wen Chih Yi (温知仪), Taiwan (20 min)

Versprechen (承诺) von Xie Tian (谢天), USA (17 min)

Im Berlinale Forum läuft:

Inmates (囚) von Ma Li (马莉), VR China

In der Perspektive Deutsches Kino kommt außerdem:

Eisenkopf (铁头) von Tian Dong, Deutschland

 

Erwähnt seien auch noch zwei Filme auf Tibetisch, deren Geschichten sich nah an der chinesischen Grenze abspielen oder diese überschreiten. Der eine ist der dokumentarische Film Becoming Who I Was der koreanischen Regisseur*innen Chang-Yong Moon und Jin Jeon, der von der Reise eines buddhistischen Jungen und seines Ziehvaters von Indien nach China handelt. Der andere ist Honeygiver Among the Dogs von der bhutanischen Regisseurin Dechen Roder, der von der Berlinale als “bhutanischer Film Noir” und “feministische Interpretation des Genres” bezeichnet wird und sich mit den Themen Tradition und Moderne sowie Religiosität und Rationalität befasst.

In den nächsten Tagen werden wir euch einige der Filme vorstellen und verraten, ob sie sehenswert sind. Wenn ihr Lust bekommen habt, noch mehr über das Thema Film in China zu erfahren, schaut bei unserem Spotlight Chinesischer Film vorbei.

Hanzi, Pinyin und im Programm verwendete Berlinale Titel aller genannten chinesischen Filme:

好极了 (hǎo jí le): Hao Ji le / Have a Nice Day / Einen schönen Tag noch
龍先生 (lóng xiān sheng): Mr. Long
巧巧 (qiǎo qiǎo): Ciao Ciao
空山异客 (kōng shān yì kè): Ghost in the Mountains
日常對話 (rìcháng duìhuà): Ri Chang Dui Hua / Small Talk
槟榔血 (bīnglang xuè): Bing Lang Xue / The Taste of Betel Nut
笨鸟 (bèn niǎo): Ben Niao / The Foolish Bird
石头 (shítou): Stonehead / Steinkopf
層層摺起的寂寞 (céngcéng zhé qǐ de jìmò): The Dress on Her / Das Kleid an ihr
承诺 (chéngnuò): Promise / Versprechen
囚 (qiú): Qiu / Inmates
铁头 (tiě tóu): Eisenkopf

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Über den Autor

Johannes Heller

Jojo studierte Chinastudien und Friedensforschung in Berlin, Nanjing und Brisbane. Akademisch steht für ihn Chinas aktuelle Rolle als regionaler Akteur in Asien im Mittelpunkt. Nebenher entdeckt er gerne neue Musik und Podcasts.

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Catrin
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Danke für die tolle Übersicht!

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