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Im Hinblick auf das sehr große Angebot an On- und Offline-Ressourcen zum chinesischen Spracherwerb, möchten wir Dir hier unsere Online-Favoriten vorstellen und Dir dadurch helfen, die Ressourcen zu finden, die Deinem individuellen Lernbedarf am besten entsprechen. Für die Schüler und Studenten unter Euch haben wir darauf geachtet zu erwähnen, welche Seiten und Apps kostenpflichtig und welche kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Du findest, wir haben eine besonders gute Online-Ressource übersehen? Dann schreib uns gerne an. Noch mehr Leckerbissen zur chinesischen Sprache findest Du in unserem Magazin und in unserem Mandarin-Code.


 Anki

Anki ist kein speziell für Chinesisch entwickeltes Programm, hat aber schon viele Chinesischlerner dabei unterstützt effizient Vokabeln zu lernen. Die kostenlose Software für den Desktop, die viele Nutzer in Kombination mit der App für Smartphones verwenden (für Android-Nutzer ebenfalls kostenlos, iPhone-Nutzer müssen zahlen), ist die moderne und klügere Version des traditionellen Lernkartei-Systems. Top: Bei der Erstellung eigener Vokabelkarten kann man bei Bedarf Audio-Files und Bildmaterial einbauen, außerdem gibt es online zahlreiche fertige Chinesisch-Decks, die man sich kostenlos herunterladen kann.


CharacterPop

Bei CharacterPop werden Schriftzeichen (Lang- und Kurzzeichen) in ihre Einzelteile zerlegt und damit neu erfahrbar gemacht. Das Besondere: Jeder User kann seine persönlichen Eselsbrücken beisteuern. Für Anfänger eine tolle Möglichkeit ein Gefühl für den Aufbau eines Zeichens und seine unterschiedlichen Radikale zu bekommen. Aber auch fortgeschrittenere Lerner können durch die Eselsbrücken anderer Lerner und neue Sichtweisen auf bekannte und noch unbekannte Zeichen profitieren.


Chinese Grammar Wiki

Online bietet der Chinese Grammar Wiki mit vielen Satzbeispielen und verständlichen Erklärungen auf Englisch den besten Überblick zum Thema chinesische Grammatik. Für Selbstlerner eine gute Ressource um zu erfahren, welche Inhalte bei welchem Sprachlevel relevant sind. Die A1 – B2 Level sind gut abgedeckt und auch beim fortgeschrittenen C1 hat die Seite mit 40 Beiträgen schon viel zu bieten (auch wenn hier nach eigenen Angaben noch ausgebaut wird).


ChinesePod

Sehr gutes Hilfsmittel für Chinesischlernende aller Niveaustufen ist der ChinesePod. In hunderten Lektionen, meistens Podcasts aber inzwischen auch vermehrt Videos, werden alltagsnahe und praktische Worte, Redewendungen und Floskeln beigebracht. Zusatzmaterial wie Vokabellisten, Grammatikerläuterungen und Quizaufgaben machen die einzelnen Lektionen rund. Nicht kostenlos, aber den hochwertigen Inhalten entsprechend auch nicht übertrieben teuer (nach unserem letzten Stand: Basic-Mitgliedschaft 14 Dollar und Premium 29 Dollar im Monat).


FluentU

Das in Hongkong gegründete Start-Up FluentU hat sich auf etwas spezialisiert, das vielen Menschen Spaß macht: Lernen durch Videos. Die Seite (und App) bietet Lernern Chinesisch wie es tatsächlich gesprochen wird, durch die Zusammenstellung unterschiedlichster visueller Happen wie Kurzfilme, Musikvideos, Werbevideos, Nachrichtenausschnitte usw. Der Ton ermöglicht das Training des Hörverständnisses und die ein- und ausschaltbaren Untertitel bieten Kurz- oder Langzeichen sowie die Übersetzung ins Englische. Indem man die Maustaste auf ein Wort bewegt, wird auch die einzelne Übersetzung des Wortes angezeigt und man kann es auch gleich in sein Vokabeldeck aufnehmen. Vokabeln werden mit „Spaced Repetition“ gelernt und über ein Quizsystem abgefragt (ähnlich wie bei Memrise). Da die meisten Originalvideos für ein chinesisches Publikum produziert wurden, sind Dinge wie Alltags- und Trendvokabular und normale Sprechgeschwindigkeit inbegriffen. Soviel Funktionen und Goodies lassen sich aber auch was kosten: nach unserem letzen Stand 15 Dollar im Monat für Basis-Mitgliedschaft (kann leider nicht viel) und 30 Dollar monatlich für das richtige FluentU-Erlebnis.


Hacking Chinese

Das Besondere an der Seite Hacking Chinese ist, dass sie uns auf die Meta-Ebene befördert und uns darüber reflektieren lässt, wie wir Chinesisch lernen. Dabei werden in zahlreichen Artikeln unterschiedliche Methoden und Lernressourcen vorgestellt, die das Lernen so effizient wie möglich gestalten sollen. Gut gelungen ist die Einteilung der Inhalte in unterschiedliche Lernniveaus: so findet jeder, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen, sofort die gewünschten Tipps.


HanDeDict

HanDeDict ist ein kostenloses Chinesisch-Deutsches (!) Online-Wörterbuch. Das Open Source-Projekt, das unter einer Creative-Commons-Lizenz lizenziert ist, wurde von 2006 bis 2011 mit der Unterstützung der Chinesisch-Deutschen Gesellschaft e.V. Hamburg aktiv entwickelt und war bis August 2015 online. Dank einer engagierten Seele kann seit November 2015 das Wörterbuch auf der Webseite von HanDeDict@Zydeo wieder online abgerufen werden und verfügt zudem nun auch über die sehr sinnvolle Zusatzfunktion der Schriftzeicheneingabe per Handschrift. Tolle Sache: Das Wörterbuch bietet auch viel Fachvokabular und Eigennamen.


Memrise

Memrise eignet sich gut zum Vokabeln lernen. Auf der – in der Basisversion kostenlosen – Webseite oder mit der App kann man unter verschiedenen Kursen auswählen; auch viele Kurse zum Chinesischlernen sind dabei. Das „spaced repetition“-System sorgt für günstige Lernintervalle. Lerner können bei Bedarf zu den Lerninhalten eigenständig Mems (Eselsbrücken) entwickeln und auf die Mems anderer User zugreifen. Der Aufbau als Quiz und das Aufsteigen in Levels helfen, Motivation beim Lernen zu schöpfen. Zu vielen populären Chinesisch-Lehrbüchern gibt es Memrise-Kurse; Seite und App können daher auch gut als Ergänzung zum Unterricht genutzt werden.


Niu Zhongwen

Niu Zhongwen ist eine deutschsprachige Webseite, die Alltagschinesisch abseits von steifen Lehrbuchlektionen vermittelt. Aktuelle chinesische Filme, Videos und Musik, sowie Trend-Vokabular aus der Jugend- und Internetsprache machen das tägliche Büffeln nicht nur hip, sondern auch schmackhaft. Niu Zhongwen richtet sich mit seinen Inhalten vor allem an Lerner, die schon Basiswissen im Chinesischen haben und ihre Sprachkenntnisse um lebensnahe und aktuelle Begriffe und Ausdrücke erweitern möchten und bietet dabei – z.B. durch kurze Nachrichtentexte und die eingebundene Kurzfilme – auch Möglichkeiten, das eigene Hör- und Leseverständnis zu verbessern. Großes Plus: die Seite basiert auf ehrenamtlicher Arbeit und ist kostenlos nutzbar. Du willst mehr über die Hintergründe von Niu Zhongwen erfahren? Unser sinonerds-Interview mit Gründerin Verena Menzel findest Du hier.


Pleco

Heutzutage trifft man fast keinen Chinesischlerner mehr ohne diese App: Pleco. In seiner kostenlosen Standardversion bereits sehr nützlich, hilft es unzähligen Lernern dabei, schnell und unkompliziert auf dem eigenen Smartphone oder Tablet Schriftzeichen nachzuschlagen. Die Standardversion deckt zwei große Wörterbücher (Chinesisch/Englisch) ab. Wer es sich leisten kann dafür zu bezahlen, kann sich mehr als 30 Wörterbücher zusätzlich herunterladen (einschließlich Chinesisch/Deutsch-Wörterbücher und Fach- oder Chengyu-Wörterbücher). Tolle Zusatzfunktionen, für die man allerdings auch bezahlen muss: die Strichreihenfolge eines Zeichens anzeigen (besonders für Chinesisch-Anfänger hilfreich), per Handschrift Schriftzeichen nachschlagen (super, wenn man die Aussprache eines Zeichens nicht kennt – teilweise aber auch schon durch die Tastatur gängiger Smartphones gegeben), Schriftzeichen mit der Kamera des Smartphones/Tablets erfassen und direkt nachschlagen (also endlich bequem die Speisekarte lesen können), die Funktion eines Web-Readers (um chinesische Webseiten durch Wort-für-Wort-Übersetzung lesen zu können), Flash-Cards und Vokabeltests. Einen Überblick von der App mit ihren vielfältigen Zusatzfunktionen kann man zum Beispiel in diesem YouTube-Video bekommen.


Skritter

Tausende Schriftzeichen zu lernen ist kein Zuckerschlecken. Wer es schon einmal probiert hat, weiß auch, dass es zwei Paar Schuhe sind, ob man ein Zeichen passiv lesen oder aktiv schreiben kann. Wem es schwerfällt, sich aufzuraffen etwas für die eigene Schreibpraxis zu tun, für den kann Skritter das Richtige sein. Mit dieser App kann man auf seinem Smartphone oder Tablet zu Hause und unterwegs Zeichen üben, einfach indem man sie mit dem Finger auf dem Bildschirm malt. Wie bei Anki wird ein „spaced repetition“-System genutzt um das Lernen möglichst effizient zu gestalten. Ein großes Plus sind die unterschiedlichen Listen, die man zum Lernen auswählen kann. Diese decken auch populäre Chinesisch-Lehrbücher ab und können daher auch gut als Ergänzung dienen. Sowohl etwas für Anfänger als auch Fortgeschrittene. Einziges Minus: Es kostet (derzeit ca. 15 Dollar im Monat).


Slow Chinese

Slow Chinese ist eine von Blogger Xinyu ins Leben gerufene Podcast-Serie, die fortgeschrittenen Chinesischlernenden dabei helfen soll, ihr Hörverständnis zu verbessern. Super für alle, die bereits über einen großen Wortschatz verfügen, aber mit der Sprechgeschwindigkeit der Muttersprachler Probleme haben. Zu den Audio-Files der Podcasts gibt es die Inhalte auch schriftlich, das heißt man kann bei Bedarf auch sein Leseverständnis verbessern oder beides kombinieren. Podcast und Webseite werden von jungen chinesischen Muttersprachlern ehrenamtlich betrieben und bieten auch eine schöne Möglichkeit kulturell etwas mitzunehmen.


Tasty Mantou

Über 2 Millionen Einträge und die sehr wertvolle Funktion, per Handschrift Schriftzeichen (Kurz- und Langzeichen) nachzuschlagen und damit auch Zeichen zu finden, deren Aussprache man nicht kennt, machen Tasty Mantou zu einem hilfreichen Onlinewörterbuch.


Hintergrundfoto im Titelbild: Calligraphy Lesson von Axel Rouvin, Lizenz: Creative Commons (BY).