Chinesischer Tee für Besserwisser

Alles hat irgendwann mal ein Ende – auch unser neuestes sinonerds-Spotlight. In unserem Wrap-Up verraten wir, wo Ihr weitere spannende Online-Ressourcen zum Thema Tee findet und gleichzeitig mehr über Chinas Geschichte lernen und Euer Chinesisch erproben könnt.

Bei unserer Recherche zu unserem Spotlight-Thema Tee sind wir im Internet auf die unterschiedlichsten Quellen gestoßen, welche erwartungsgemäß mal mehr und mal weniger hilfreich waren. Denjenigen, denen wir mit unserem Spotlight Lust auf mehr machen konnten, möchten wir zum Abschluss unserer Serie noch ein paar Empfehlungen geben. Da wir wissen, dass viele unserer LeserInnen (noch) nicht fließend Chinesisch verstehen können, konzentrieren wir uns im ersten Abschnitt auf die deutsch- und englisch-sprachigen Quellen und wenden uns erst im zweiten Abschnitt den chinesisch-sprachigen Inhalten zu.

Tee-Input auf Deutsch und Englisch:

Wer sich für Geschichte interessiert, einen weitreichenden Einblick in die Historie des Tees von seinen Anfängen bis zur Gegenwart bekommen möchte und keine Informationsflut scheut, dem legen wir die 10-teilige Podcast-Serie The History of Tea von Laszlo-Montgomery ans Herz, die Teil seiner gelungenen Show China History Podcast ist. Wer es kürzer mag, der wird auf Youtube fündig und sieht sich dort kurze Einführungsvideos zu Themen wie zum Beispiel dem großen Tee-Meister Lu Yu (3 min) an.

In seinem Spotlight-Artikel schreibt Sinonerd Jojo über Tee in Zeiten der Kulturrevolution. Durch Michelangelo Antonionis Dokumentation „Chung Kuo“ von 1972 kann man einen 2-minütigen visuellen Eindruck von der Shanghaier Teehaus-Kultur während der Kulturrevolution gewinnen. Fast wie eine echte Zeitreise (und das auch ohne Italienischkenntnisse)!

Mehr chinesische Tee-Geschichte, inklusive aktueller Tee-Entwicklungen, wird in dem Online-Editorial des australischen China Heritage Project behandelt. Die enthaltenen Beiträge sind an ein akademisches Publikum gerichtet und daher anders als das typische Brain-Fastfood, das im Internet den Ton angibt. Wer sich von Titeln wie A Quintessential Invention Genesis of a Cultural Orthodoxy in East Asian Tea Appreciation (ein Artikel der die These vertritt, dass moderne chinesische Tee-Praktiken immer eine Symbiose von chinesischen, japanischen und taiwanesischen Einflüssen sind) nicht in die Flucht schlagen lässt, wird dafür mit besonderen, wissenschaftlich fundierten Einblicken belohnt.

In Arsenys Spotlight-Artikel ging es um die Entwicklung des Tees zum globalen Hipstergut. In der 2014 ausgestrahlten BBC-Doku Tea: A Revolution Brewing (45 min) geht der iranische Musikjournalist und Tee-Liebhaber Behzad Bolou ähnlichen Fragen nach, die auch Arseny zu seinem Artikel inspiriert haben, und betrachtet das große Thema Tee in seinem globalen Kontext.

Lulus sommerlichem Eistee-Artikel haben wir es zu verdanken, dass unser Spotlight auch ein paar praktische und einfach umsetzbare Tipps zum kreativen Tee-Genuss liefern konnte. Wen jetzt die Do It Yourself-Stimmung gepackt hat, der möchte sich vielleicht auch an andere Tee-Variationen heranwagen – 没有问题!Kein Problem! Das Online-Magazin 21china hat beispielsweise ein Rezept für Euch, mit dessen Hilfe ihr tibetischen Yak-Buttertee selbst zubereiten könnt.

Sahnehäubchen für Chinesisch-Versteher:

In China ist man stolz auf das Kulturgut Tee und so ist es kein Wunder, dass es im chinesisch-sprachigem Teil des Internets eine schier unendliche Summe an Quellen zu den unterschiedlichsten Tee-Themen gibt. Wir möchten uns hier auf eine überschaubare Anzahl von Videos beschränken, auf die man auch in Europa problemlos über Youtube zugreifen kann.

Besonders empfehlenswert ist die 6-teilige CCTV-Serie 茶,一片树叶的故事. Bisweilen etwas kitschig und reich an vorhersehbarem CCTV-Pathos, zieht die Dokumentation den Zuschauer trotz allem mit Bildern von atemberaubend schönen Landschaften und einer allgemeinen, schwer anfechtbaren Ästhetik in den Bann. Zudem werden die unterschiedlichsten Regionen Chinas mit ihren individuellen Teetraditionen gezeigt und ein Blick auf die vielfältigen Lebensweisen in China geworfen.

In einer Folge der Sendung 农广天地 vom März 2015 steht der berühmte, in Yunnan hergestellte Pu-Erh-Tee (普洱茶) im Mittelpunkt. Der traditionelle Anbau und die Herstellung durch die Hand der Blang (布朗族) wird dabei der maschinellen Verarbeitung und dem Einsatz moderner Techniken gegenübergestellt.

Eine interessante Facette der chinesischen Teekultur stellen die seit der Tang-Dynastie auftretenden Tee-Wettbewerbe dar, bei denen anerkannte Tee-Meister gegeneinander antreten und in verschiedenen Disziplinen ihre überragenden Kenntnisse demonstrieren. Wie so ein Wettbewerb aussehen kann, zeigt das Beispiel des 茶王争霸赛, das in Anxi (安溪, ein Kreis der bezirksfreien Stadt Quanzhou in der Provinz Fujian) ausgerichtet wird.

Das Wichtigste zum Schluss

Unzählige Kannen Tee haben wir gekocht und geleert, bis wir unser Spotlight am Ende veröffentlichen konnten. Natürlich war es kein Abwarten und Tee trinken, sondern harte Arbeit für alle Beteiligten, bei denen wir uns auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich bedanken möchten. Unser Dank gilt besonders den sinonerds-Autor*innen Charlotte Degro, Lulu Li und Mario Hauter, die sich zum Teil ganz spontan, aber nicht mit weniger Begeisterung, mit engagiert haben. 你们太棒了 ! – Ihr seid großartig.

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Über den Autor

Jana Brokate

Schulbesuch in Beijing, Studentenleben in Guangzhou, Sinologiestudium in Berlin, unterschiedlichste Chinareisen und Projekte mit Chinabezug – Janas Erfahrungen bezüglich dem Land der Mitte sind vielfältig. Ihren Horizont erweitert sie am liebsten mit Sprachenlernen, Reisen und Fragen stellen.

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